Allie – Uncanny Valley (LP+CD+MP3)

Image: 1579167 Als Allie, damals mit 12, seine ersten musikalischen Schritte ging, weil in dieser Kleinstadt zwischen Hannover und Bielefeld nicht so viele andere Schritte möglich waren als halt "aus Scheiß und Langeweile so Spassmusik zu machen", da hatte eine Band aus Modesto, Kalifornien gerade ein Requiem für einen Androiden veröffentlicht. Von den Menschen verlassen musste der sich leider zu Tode trinken.

Wenn der Wahl-Berliner mit der Flüsterstimme diesen jed-e3 jetzt gleich zum Auftakt des Titelsongs seines dritten Albums "Uncanny Valley" auferstehen lässt, ist das nicht nur eine liebevolle Referenz an Grandaddy, die gerade reformierte Garagen-Space-Combo um Analog-Synth-Jünger Jason Lytle. Es ist zugleich eine, die thematisch zum Kern seines Debüts für Clouds Hill führt. Tief hinein nämlich in dieses unheimliche Tal der mystischen Verheißung, die so gern enttäuschte Erwartungen produziert. Wo Patti Smith auf Jesus trifft, ein Autoverkäufer auf eine Kartenlegerin, sich selbst Batman eine blutige Nase holt und Lieder für Mädchen geschrieben werden, die dazu nicht mal tanzen können.

Doch "Uncanny Valley", das ist nicht nur der Ort, der uns letztlich doch wieder nur auf uns selbst zurückwirft. Es ist auch dieses als wissenschaftlicher Fachbegriff abgesicherte Gefühl der Befremdlichkeit, welches den Menschen immer dann überkommt, wenn Roboter nur noch ein paar ganz kleine Schritte davon entfernt sind, uns ganz zu gleichen. Es ist der winzige, unheimliche Unterschied in Gestik oder Mimik, der uns Angst macht und den armen Jed damals womöglich zur Flasche trieb. Erhältlich ab 01.03.2013

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