Denseland – Like Likes Like

Image: 1579660 Hanno Leichtmann, Hannes Strobl und David Moss mit ihrem neuen Projekt Denseland auf dem Berliner label m=minimal: Es gibt Musik, die klingt wie ein dunkles Versprechen. Musik, die ein latentes Unbehagen auslöst und deren Anziehungskraft in genau der Fähigkeit besteht, dieses Unbehagen auszulösen. Solche Musik ist lebendiger Widerspruch, bedrohliche Attraktivität, Klang gewordener Abgrund - faszinierend wie ein Film von Cronenberg. Die Musik von Denseland vibriert unter eben dieser Spannung. Denseland sind Meister im Öffnen weiter Räume, das Wenige an Mitteln wird von ihnen mit maximaler Effizienz eingesetzt. Slow Motion Funk oder Minimaler Spoken Word Geräuschtechno sind unzureichende Schätzwerte, die den dunklen, energetischen Tracks dieses Trios kaum gerecht werden.

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Hanno Leichtmann, Hannes Strobl und David Moss hatten bereits ein Album mit dem Titel "Chunk" veröffentlicht. Nun legen sie mit "Like likes Like" auf dem Berliner label m=minimal nach und führen damit zusammen, was zusammen gehört. Rhythmische Texturen, rudimentäre Melodien und der weitgehende Verzicht auf Harmonien wirken wie ein Lehrstück in Sachen Minimalismus. Dies ist Rhythmusmusik, die ihren Sog ganz unmittelbar entfaltet und die sparsamer kaum sein könnte. Die Stücke wirken tief und unterkühlt. Und über den rhythmischen Strukturen liegt der magische Sprechgesang von David Moss. Eine Stimme, die uns scheinbar direkt ins Ohr flüstert, die grummelt und knarzt. Oft ist sie kaum mehr als ein sonores Raunen, das brockenweise Sprache formt. Dann wieder dehnt und biegt sie sich zu so etwas wie Gesang, während Geisterstimmen im Äther hauchen und flüstern. Es ist diese Stimme, die maßgeblich dazu beiträgt, die Stücke auf Like likes Like auf so beklemmende Art und Weise aufzuladen. Fast alle repetetive Musik funktioniert nach dem Prinzip Hypnose durch Wiederholung. Manchmal braucht ein Stück Minuten, um seine hypnotische Wirkung zu entfalten. Denseland brauchen dafür bloß wenige Sekunden. Der Fliehkraft dieser Downtempo- Rotationen kann man sich kaum entziehen. Denseland sind Meister im Öffnen weiter Räume, das Wenige am Mitteln wird von ihnen mit maximaler Effizienz eingesetzt. Slow Motion Funk oder Minimaler Spoken Word Geräuschtechno sind unzureichende Schätzwerte, die den dunklen, energetischen Tracks dieses Trios kaum gerecht werden. Die Band hat sich 2008 formiert. 2009 erschien die CD "chunk" bei MOSZ Rec. Vienna. Im gleichen Jahr betrieb das Trio das Projekt "speaking in tongues" mit Chris Kondek und Christane Kühl. Es folgten diverse Festivalauftritte, u.a. Ruhrtrienale, Avantart, Made, Sonar und Taktlos.
www.denseland.de

Hanno Leichtmann - drum programming, synthesiser programming, drums
Als Static hat Hanno Leichtmann vier Elektronica/Pop-Platten, sowie etliche 12" und Singles produziert. Er ist Mitglied der Formationen Groupshow (mit Jan Jelinek und Andrew Pekler) und The Vulva String Quartett. Als Hanno Leichtmann hat er bisher drei Alben veröffentlicht, zuletzt den Soundtrack "African Twintower Suite" zu Christoph Schlingensiefs letztem Film. Hanno Leichtmann ist Macher der Labels PICTURE/DISK und I´m so blasé.

David Moss - voice, lyrics
Sänger und Percussionist David Moss zählt zu den Innovativsten der gegenwärtigen Musikszene. 1991 erhielt er das Guggenheim Stipendium, 1992 das DAAD Stipendium. Das International Research Center "Interweaving Performance Cultures" der FU in Berlin hat ihm ein Fellowship für 2008/09 verliehen. Er ist Solist in Helmut Oehrings Monodram für Orchestra, POEndulum. Moss gründete und ist künstlerischer Leiter des Institute for Living Voice, ein internationales Zentrum für Singen. Er ist auch künstlerischer Leiter des MADE Festivals in Umeå, Schweden. davidmossmusic.com

Hannes Strobl - bass, electronics
Der Bassist, Komponist und Klangkünstler Hannes Strobl arbeitet in unterschiedlichen audiovisuellen Feldern - improvisierte Musik, Electronica, Sound Art Installationen sowie Musik für Performance und Videoarbeiten. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit am Instrument sowie seiner kompositorischen Tätigkeit liegt in musikalischen Ausdrucksformen vor dem Hintergrund des urbanen Klangraums. Strobl hat bereits mit Sam Auinger, Joe Baiza, Stefan Betke, Tony Buck, Reinhold Friedl, Rupert Huber, Chris Kondek, Stefan Mathieu David Moss, Toshimaru Nakamura, Bruce Odland, Reynold Reynolds u.a. zusammen gearbeitet.
Erhältlich ab 17.05.2013

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