Various – Masse

Image: 1580701 Ein Tanzabend mit drei unterschiedlichen Choreografen und Choreografinnen benötigt drei unterschiedliche Musikproduzenten. So einfach klingt die Idee hinter "MASSE", dem Sound zum Gesamtkunstwerk, einer Kooperation des Staatsballets Berlin mit dem Berghain. Mehr noch: mit dem Bühnenbild des Bildenden Künstlers Norbert Bisky und der einmaligen Nutzung des ehemaligen Heizkraftwerkes Halle am Berghain als Spielort beschreiten Staatsballet und Berghain neue Wege. Das Triptychon aus reiner Klangmasse der drei Künstler oder Künstlerteams Henrik Schwarz, Dettmann / Wiedemann und DIN lieferte die Grundlage für diese Choreografien.

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Henrik Schwarz - Balletsuite #1 - Masse
Henrik Schwarz eröffnet seine Suite mit "Unknown Touch", einer spannungsgeladenen Exposition aus akustischen Gitarren Streicher-Pizzicati auf einer schwebenden Atmosphäre. Es folgen klar strukturierte Tracks, die mit wandernden Bässen oder dem Pochen elektrifizierter Gitarrenakkorde hantieren. Der Bruch kommt mit dem Synthesizer.
Er setzt in "But Then I'm Different" den Moment des Innehaltens, der von einer seufzenden Geige begleitet wird. In "Couple Are Strong", dem Schlussstück von Balletsuite #1 - Masse, spielt ein so verträumtes wie ein mildes Fazit ziehendes House-Piano auf, und das solo. Es endet in einem leisen Schlusspunkt der Klaviersounds, die immer langsamer werden und zu guter Letzt ganz zum Stillstand kommen.

Dettmann / Wiedemann - Menuett
Mit Marcel Dettmann und Frank Wiedemann übernehmen dann zwei weitere Freunde des Hauses Ostgut Ton die Musik für die zweite Choreografie des Abends. Menuett bildet ein Klang-Triptychon von insgesamt 25 Minuten Spielzeit: "Accelerando" klingt wie ein Dialog von stellaren Observationszentren, "Martellato" verschiebt die Filter derart gegeneinander, das ein Polyrythmus ins Kreiseln gerät. Ein synkopierter Beat und verschmitzte Filter am Synthesizer sorgen für das Lichthelle in "Spiritoso" - elektronische Grundlagenforschung am Klang.

DIN - EVOLVE
Efdemin (Phillip Sollmann) und Marcel Fengler schließlich haben sich für das Projekt "MASSE" zum Duo DIN zusammengeschlossen. Ähnlich wie Dettmann / Wiedemann nehmen sie immer wieder neue Teile ihres elektronischen Geräteparks zur Hand um Abstraktionen zu erschaffen. Aus dem brummenden Urkosmos von "Creation" & "Variation" geben sich irgendwann mittige Bassdrums zu erkennen, die ein ratterndes Rythmuspattern anstupsen. Es kommt in Fahrt. Auch in "Oscillation" gibt es diese Ursuppe. Hier schieben sich bald die Trommeln eines unbekannten Stammes ineinander zu einer eleganten Gleitbewegung, die sich in einer durchsichtigen Fläche auflöst. In "Division" & "Generation" wird diese Bewegung feingliedriger, bis sie sich im letzten Stück "Conclusion" auflöst, irdisch wird: eine nokturne, großstädtische Anmutung. So bildet die Musik von "MASSE" trotz ihrer unterschiedlichen Produzenten eine Einheit mit Kontur. Erhältlich ab 07.06.2013

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