Andrew Bird – Break It Yourself

Image: 1582839 Wer klopft denn da am Mainstream der besonderen Art? Nach seinem Versuch über die Tierwelt hat Andrew Bird wieder Music for the Masses im Gepäck und lässt auf dem neuen Werk "Break It Yourself" allzu metaphysische Kniffe beiseite. (Foto: Cameron Wittig) Ein gedankenverlorener, mit einer einzigen Akustikklampfe bewaffneter Songwriter war Andrew Bird nie – keines seiner Alben schien einfach durch das Genre fliegen zu wollen, immer versuchte er Neuland zu erkunden, die Möglichkeiten auszureizen und behielt dabei stets klaren Kopf. Trotzdem überspannte er – zumindest inhaltlich – den Bogen auf seinem letzten Werk "Noble Beast", weil die Betrachtungen über die Tierwelt genauso schön wie gewollt wirkten. Heinz Sielmann in allen Ehren, aber da Bird schon reichlich Instrumentarium verwendete, war das Konzept dann doch zu viel des Guten und zusammengenommen stemmte das Ergebnis schwer daran. Wie so manches zuvor im Kosmos dieses wundersamen Einsiedlers. Einsiedler, weil Andrew Bird schon so etwas wie eine Ausnahmeerscheinung ist. Als studierter Violinist ging es ihm in den vergangenen fünfzehn Jahren immer um das Besondere an handgemachter Musik und so attestierte ihm die Süddeutsche Zeitung einst, ein Virtuose zu sein, der mit dem Pop-Fan und feinsinnigen Arrangeur in sich kämpft und meist als glücklicher Sieger hervorginge. Für das nunmehr neunte Album "Break It Yourself" bedeutet das: Aus seinem großen Selbstvertrauen ist eine unnachahmliche Lockerheit entstanden – ein Zauber über den Moment, in dem selbst Donovan und karibische Folklore zusammenpassen. Stilistische Wagnisse, wie man sie von ihm kennen mag und doch ist hier etwas anders. Andrew Bird – "Eyeoneye" "Break It Yourself" hält inne, vergräbt den Willen bedingungsloser Originalität unter verspieltem Charme und wo zuletzt Fabeln aus der Tierwelt herangeführt wurden, um menschliche Charakteristika zu beschreiben, drückt er die Sachen nun – für seine Verhältnisse – recht deutlich aus: Im wundervoll arrangierten "Hole In The Ocean Floor" spricht er die Worte Mexiko und Golf zwar nie aus, aber sein Text offenbart diesen Zusammenhang ohne jedweden Schnörkel. Andrew Bird klopft damit an die Tür zu mehr öffentlicher Akzeptanz und, ja, wenn er so weitermacht, werden es bei den Konzerten bald nicht nur Geisteswissenschaftler sein, die mit dem Fuß wippen – auch solche, die einfach gerne Popmusik hören. Natürlich ist all jenen Entwarnung zu geben, die Andrew Bird genau wegen seiner leichten Schrulligkeit mögen: "Break It Yourself" offenbart diese zweifelsohne und doch will es mehr als das sein – handelt es sich schließlich um einen Songwriter, der sich in absoluter Bestform weiß und so spielend leicht wie selten zuvor auftritt. Darauf (k)ein "Noble Beast". Erhältlich ab 26.07.2013

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