Justus Köhncke – Justus Köhncke &Wonderful Frequency Band

Image: 1585238 Passend zu Kompakts üppigen Geburtstags-Aktivitäten präsentiert der ehemalige Whirlpool-Productions-Mitstreiter und Produzent von so unvergessenen Tracks wie "Was Ist Musik", "2 After 909" oder "Timecode" ein komplett neues Set an zukünftigen Klassikern - echter Balsam für geschundene Tänzerseelen auf der Suche nach dem besonderen Moment. Als Format, mit dem sich der Künstler erwiesenermaßen mehr als wohl fühlt, ist eine Langspielplatte besonders geeignet für die eigentümlichen Schlenker und ikonoklastischen Tropen, die die Ein-Mann-Band Justus Köhncke so gerne in seine Erzählung von "Disco" einflechtet. Mit Justus Köhncke & The Wonderful Frequency Band allerdings könnte Kompakts seit über 10 Jahren bewährter Tanzflur-Dichter sich selbst übertroffen haben: im Laufe von zehn Tracks entwirft er ein perfektes Party-Szenario voll glitzernder Klangpastiche und ansteckender Musikleidenschaft. "Hello, come on in" sagt eine Stimme am Anfang von "Flitter und Tand" begleitet von einer der cleversten Basslines, die jemals Justus' Studio verlassen haben - unmöglich, dieses Angebot abzuschlagen. Einmal drinnen, findet man die Party in vollem Gange, während der raffiniert bleepende Boogie des Openers den Weg für den sinnlichen Schub von Tanzköder "Tell Me" (zusammen mit Whirlpool-Productions-Partner Eric D. Clark), den introspektiven Winkel von Vocal-Cut "Das Selbstgespräch" und das perlende Rhythmusgefüge des House-Manifests "New Direction" frei macht. Emotionales (und numerisches) Herzstück des Albums ist ohne Zweifel das deutschsprachige "Wonderful Frequency Band", eine liebevolle Hommage an Burt Bacharach und das goldene Zeitalter des Songwritings. Diese betörende Pop-Operette, eine Kollaboration mit Mouse On Mars' Andi Toma, zeigt Justus Köhncke einmal mehr auf der Höhe seiner kompositorischen Schaffenskraft und erlaubt als radikaler Paradigmenwechsel in der Album-Dramaturgie dem Nachfolger "Idee, Prozess, Ergebnis" zu atmen, welcher deutsche Minimal-Lyrics mit futuristisch-deepem Detroit-Discohouse verschmilzt. Einen Bastard der ganz besonderen Art erwartet den geneigten Hörer mit der Acid-Ballade "Loop", die ihre hoffnungslos romantischen Vocals mit rauem Chicago-Housebeat und einer schmerzhaft schönen Melodie ausstattet. Es ist ein weiterer massiver Hit, bevor das finale Triptychon des Albums mit dem akustischen Trompe-L'OEeil "Unaufmerksamkeitsblindheit" eingeläutet wird, einer unheimlichen Kreuzung vom Meister der unerwarteten Formaterweiterung. Der manische Kracher "Nucleus Accumbens" - ein Bereich im menschlichen Gehirn, der als "Belohnungssystem" die Regie über Glücksgefühle und Süchte führt - legt den Club schließlich in Schutt und Asche, gefolgt von der Vocoder-Arie "Now That I Found You", das Cover eines Covers (die Inspiration kam von Nashville Country-Star Allison Krauss, die ihrerseits die Northern-Soul-Legenden The Foundations coverte). Ein adäquat verträumterAbschluss für ein genrebefreites Album voller Magie und Wunder. Erhältlich ab 08.11.2013

Getaggt mit: