Still Life Still – Girls Come Too (incl. MP3)

Image: 1580588 "Kevin Drew scheint sie wohl endlich gefunden zu haben: Seine fünf verloren gegangenen jüngeren Brüder im musikalischen Geiste machen aus einer ursprünglich geplanten EP ein ganzes Album, das perfekt in den Klang-Kosmos der Broken Social Scene passt. „Girls Come Too“ ist das Resultat eines jahrelangen Glaubens an sich selbst als Still Life Still und das, obwohl die Band gerade einmal das durchschnittliche Alter von 22 Jahren erreicht hat. Über acht Jahre hinweg hat sich die Band immer neu formiert und definiert, fünf Tage die Woche geprobt und an den Wochenenden die Clubs rundum East York und Toronto bespielt. Der High School-Ausstieg wird da zum obligatorischen Beiwerk.

Wo die Los Campesinos! für Arts & Crafts-Verhältnisse mit ihrem geladenen Elan alles auf den Kopf stellen, rücken Still Life Still als zweite Youngster-Band das beim Label hinterlassene Chaos wieder gerade. Die Referenzen der Band finden sich da vor allem und wie schon erwähnt bei Broken Social Scene wieder. Es sollte aber herausgestellt werden, dass Still Life Still weder einen biederen, ordnungsliebenden Klang verfolgen, noch ein geschmackloses Plagiat der Altmeister sind, das sich an allem orientiert, was von ihnen vorgegeben wurde. Und auch wenn ihre erste Single „Pastel“ getauft wurde und das Cover zu „Girls Come Too“ wie mit Pastellkreide gemalt aussieht, haftet ihre Musik im Gegensatz zu den künstlerischen Resultaten der Malerei in all ihren Pigmenten unempfindlich in unseren Gehörgängen.

„Girls Come Too“ ist auch alles andere als unenergetisch geworden, wenn ich schon den kurzen Vergleich zu den Los Campesinos! in den Raum geworfen habe. Die elf Songs strotzen vor jugendhafter Aufbruchstimmung, doch haftet ihnen auch immer eine große Portion musikalischer Reife an, die unterstreicht, dass Still Life Still ihren Ausdruck auch gerne in ruhigen Passagen suchen und finden werden. Nicht alles lässt einen so locker und beschwingt tanzen wie die in der Strophe luftig geratene Eröffnungsnummer „Danse Cave“ oder die sexy ertönende Single „Pastel“, die im Refrain einen euphorisierenden Gitarren-Ansturm mit den Worten „We really need to be friends“ erfährt. Das auf einem Up-Beat soft hämmernde „Kid“, das durch Raum und Zeit streunende „Planets“ und „Scissors Losing Weight“ mit seiner sanften, suchenden Art fungieren auf dem Debüt der Band wie maßgeschneiderte Ruhepole, die nicht aus dem Rahmen der Platte fallen.

Im zwölfminütigen Schluss-Song „Wild Bees“ vereinen Still Life Still das Ruhige mit dem Stürmischen, in dem sie zunächst ein elegantes Strumming der akustischen Gitarre darbieten, um nach Minuten der Stille den Song in den letzten Minuten in einem Synthesizer-, Gitarren-Verzerrungs-Ansturm wieder zu beleben. „Neon Blue“ ist das Licht mit dem die Band im Rücken spielt und zu dem die versprochenen Mädchen ihre „T-Shirts“ ausziehen werden. Die verspielten Rhythmus-Einlagen und der von der Band versprühte Charme wird diesen Effekt garantieren. „Girls Come Too“ ist ein riesen Wurf auf der Schwelle zum Erwachsenen-Alter, der einen gerne im Dämmerzustand zwischen Träumereien und Realität verharren lässt, bevor man ihn tätigt." (crazewire.de) Erhältlich ab 31.01.2014

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