Highasakite – Silent Treatment /Transparentes Vinyl+CD

Image: 1589243 Highasakite machen Popmusik. Genauer: Highasakite machen eine Art abenteuerlichen Indie-Pop voller Kontraste. Ihre Melodien und Instrumentierungen sind verwegen und gleichzeitig unaufdringlich. Das Verebben des einen, erlaubt dem anderen zu blühen – der jenseitig anmutende Gesang oder die lebhafte Kombination aus Synthesizern, Bläsern und Percussion. Nach zahlreichen Auftritten auf internationalen Festivals und der EP »In And Out Of Weeks« veröffentlicht das Quintett aus Norwegen 2014 sein Debütalbum »Silent Treatment«.

Die Band entstand ursprünglich am Jazz Konservatorium in Trondheim. Dort traf Sängerin und Songwriterin Ingrid Helene Håvik den Schlagzeuger Trond Bersu, mit dem sie begann zu schreiben, aufzunehmen und aufzutreten. Das Paar ging mit Produzent Thomas Dahl (Gitarrist der norwegischen Jazzformation Krøyt) ins Studio. Es fehlte jedoch das gewisse Extra, um ihren Performances den Klang zu verschaffen, nach dem sie sich sehnten. Es kamen Øystein Skar an den Synthesizern, etwas später dann Marte Eberson, ebenfalls an den Synthesizern, und Kristoffer Lo an Gitarre, Basstrompete und Percussions, dazu. All das fügte sich für die Band zu einer reicheren Textur und einem kraftvolleren Sound zusammen.

Von ihrer Mutter, einer Gesangslehrerin und Chorleiterin, schon früh zum Singen ermuntert, verfügt Håviks Stimme über beeindruckende Bandbreite und Versatilität – sie kann beruhigen und sie kann überraschen. Darin verborgen liegen unvergessliche Texte. Verführerische Worte bilden das Zentrum der Musik von Highasakite. Es ist fast unmöglich, sich »Silent Treatment« auch nur kurz anzuhören, ohne die darin eingehüllten Themen zu bemerken und über sie zu staunen.

»Es gibt Geschichten hinter den Songs, aber ich bin nicht sicher, ob ich sie den Leuten verraten möchte. Ich kümmere mich nicht um andere Menschen, wenn ich Songs schreibe«, so die Sängerin. »Ich glaube, es ist ein sehr romantisches Album. Meines Erachtens geht es viel um Kriege in ganz normalen Haushalten. Wenn Menschen einen mit Schweigen strafen ist das alltäglich, aber auch wirklich furchtbar.«

Was Highasakite neben textlicher Tiefe und vielschichtigen Kompositionen am besten können, sind große Pop-Refrains, die augenblicklich Wurzeln schlagen und nachhallen. Vielleicht nirgends mehr als auf der ersten Single »Since Last Wednesday«. Inmitten der strukturellen Komplexität und Dichte wirbelnder Synthies und perkussiver Kraft, ist Håviks wandlungsfähiger Gesang die Basis der Melodien und verschafft Highasakite diese enorme Anziehungskraft.

Håviks Lieblingskünstler sind Mary Margaret O’Hara, Fever Ray und Diamanda Galás. Andere, nicht-musikalische Referenzen kommen allerdings aus etwas obskureren Ecken. Während früherer Auftritte nahm die Band zum Beispiel eine uramerikanische Ästhetik an und trug Gesichtsbemalung und Kopfschmuck. »Als Kind habe ich davon geträumt, eine Indianerin zu werden, wie Pocahontas«, erzählt Håvik.
Auf »Silent Treatment« sind eben ganz unterschiedliche Einflüsse und Inspirationen gegenwärtig – oft nicht offensichtlich, sondern nur als subtile Spuren. Eines der erstaunlichsten und außergewöhnlichsten Elemente sind etwa bulgarische Chöre, die Håvik während ihres Jazzstudiums in Trondheim zum ersten Mal hörte.

Während des Schreibens für »Silent Treatment« verbrachte sie sowohl Zeit in Ithaca, Upstate New York, als auch in Istanbul. Beide Orte haben ihre Spuren in der Musik hinterlassen – als besonders inspirierend empfand sie allerdings die »wunderschönen« Rufe zum Morgengebet, die sie in der Türkei gehört hatte.


Highasakite sind:

Ingrid Helene Håvik – Zither, Steeldrum und Gesang
Trond Bersu – Schlagzeug
Øystein Skar *– Sythesizer
Marte Eberso – Sythesizer
Kristoffer Lo – Gitarre und Basstrompete Erhältlich ab 29.08.2014

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