Digitalism – Mirage (PIAS COOP / Magnetism)

DigitalismEs ist kaum zu glauben, dass es bereits über ein Jahrzehnt her ist, als Digitalism mit ihrer Hymne “Zdarlight” explodierten. Nu-Rave und Dubstep kamen und verschwanden (größtenteils) wieder, Hip Hop verwandelte sich in Trap und EDM ließ DJs zu Popstars werden. Knapp fünf Jahre nach ihrem zweiten Album “I Love You Dude” kommt nun das Hamburger Duo Digitalism, welches sich klugerweise nie von Modetrends vereinnahmen ließ, mit seinem neuen Album “Mirage” zurück. Auf dem Album präsentieren sie ihren allerorts geliebten Sound und öffnen sich gleichzeitig neuen Ansätzen und Möglichkeiten.

“Mirage” ist der bisher in sich stimmigste und homogenste Output der beiden Hansestädter. So steht auf “Mirage” euphorischer und geradezu radiotauglicher Elektropop gleichberechtigt neben gutturalen Dancefloor-Krachern, ohne dass jemals das Gleichgewicht dazwischen verloren wird. Das Duo hat über die Jahre sein Songwriting weiter verfeinert, die Vocal-Tracks kommen noch überzeugender als je zuvor daher und Digitalism beweisen erneut ihre Position als Act mit enormen Crossover Potential.

“Mirage” wurde in dem verhältnismäßig kurzen Zeitraum von sechs Monaten produziert. “Die Produktion fühlte sich dieses Mal sehr natürlich an,” erzählt Isi. “Das Geheimnis war dabei unsere neue Art von Unbeschwertheit.” Das Album ist inspiriert von “Entbehrung und Reisen” – ein klarer Wink auf zwei durchaus prägende Lebensumstände: Einerseits die ausgiebigen Touren, welche die Band überall hin – vom Coachella bis zum Melt! – geführt hat, so wie auf der anderen Seite, die derzeit getrennten Wohnsitze von Jence (London) und Isi (Hamburg).

“Normalerweise kommen uns die besten Ideen, wenn nicht viel um uns herum passiert,” erklärt Jence den kreativen Prozess. “Wenn man in unsere Bunker-Studio das Licht ausknipst, ist da nichts außer absoluter Dunkelheit – bis man beginnt Dinge in seinem Kopf entstehen zu lassen, welche dann zu Musik werden können.”

Einflüsse von Disco, ein französischer Touch, Prog Rock, Rave und Hip Hop werden hier zu einer eklektischen Sound-Palette zusammen geführt, welche das Album schillern lässt. Von der energetischen Elektro-Indie-Nummer “Battlecry” zum treibenden Rocklastigen “Go Time” und der Melancholie von “Utopia”, ging die Sensibilität für vereinnahmende Riffs und Melodien kein bisschen verloren. Darüber hinaus gibt es Tracks wie “Destination: Breakdown” und den Glitch-Elektro-Rap “Ism”, die eine neu erreichte Vielfalt erkennen lassen. Der zweiteilige Titeltrack, zeigt die Weiterentwicklung der Produktionstechniken der Band deutlich: Hier werden Einflüsse von Größen wie Vangelis oder Tangerine Dream in einer mesmerierenden, über 12-minütigen Reise vereint, die gleichzeitig als beeindruckendes Mittelstück des Albums steht.

“In erster Linie ist es vielleicht eine Art Schnappschuss unserer Gedanken, eine Art Hirn Scan,” beschreibt Jence seine Einschätzung des neuen Albums. “Es ist der Soundtrack zu unserer eigenen Welt jedoch so vage gehalten, dass sich auch andere Menschen damit identifizieren können oder eigene Interpretationen dazu haben können. Es soll etwas Fantastisches, etwas Schönes sein, aber gleichzeitig zerbrechlich. Eine Art Paralleluniversum, in welches man eintreten und sich darin verlieren kann. Oder man kehrt zurück zur Normalität, nachdem man einen grandiosen Ritt hinter sich hat, und zählt die Tage, bis man wieder dorthin zurückkehren kann. Es soll die Vorstellungskraft stimulieren.”

Formate:
– Neben der Standard-CD erscheint das Vinyl als Gatefold Doppel LP mit Download-Code.

www.thedigitalism.com

Tracklisting:

01. Arena
02. Battlecry
03. Go Time
04. Utopia
05. Destination Breakdown
06. Power Station
07. Open Waters
08. Mirage [Part One]
09. Mirage [Part Two]
10. Indigo Skies
11. Dynamo
12. The Ism
13. Shangri-La
14. No Cash
15. Blink

Das Album DigitalismMirage” (PIAS COOP / Magnetism) erscheint am 13.05.2016.

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