Martin Kohlstedt – Nacht Reworks (LP+Download Card)

Image: 1617159 „Für wen mache ich Musik? Das ist die Frage, die für mich am Anfang stand.” „Zuerst erarbeite ich Themen für mich allein, wenn ich zu Hause in meinem Studio sitze. Da kommuniziere ich mit Teilen von mir, die ich nur über das Klavier erreiche oder bei denen ich es nur ertrage, sie sprechen zu lassen wenn es über Musik geschieht. Das ist der absolut intime Teil, die große Blase.” „Danach spielst du für ein Publikum. Plötzlich öffnet sich alles, ich reagiere auf den Raum und die Menschen. Das verändert die Musik, ihren Charakter, ihren Inhalt. Ich spiele anders und improvisiere, arrangiere neu, breche aus. Das geht nur weil ich merke: Da kommt etwas zurück. In dem Moment ist alles nicht nur in meinem Kopf, es ist real! Wie ein Spiegel – aber das Spiegelbild ist natürlich nicht das Original. Es ist etwas vollkommen eigenes, jede reflektierende Oberfläche ist anders.” “Dann hat mich eine ganz andere Sache interessiert: Da sind all diese wunderbaren Musiker und Bands, zu denen ich als Hörer eine persönliche Beziehung habe. Sie entwickeln ihre eigene musikalische Sprache, ihre eigene Blasen. Verstehen sie mich? Können sie dasselbe sagen wie ich, würden sie das überhaupt wollen?” „Plötzlich wusste ich einfach: das muss ich in Erfahrung bringen, ich schreibe denen jetzt einfach. Sowas fühlt sich gefährlich an, die Reaktion ist um einiges konkreter als bei einer Gruppe von Menschen in einem Konzertsaal. Aber ich will keine unbeweglichen Monumente schaffen. Ich möchte emotionale Werkzeuge komponieren. Für mich, für ein Publikum, für andere Musiker.” sagt Martin Kohlstedt – angesprochen auf seine Motivation die ‘Nacht Reworks’ zu sammeln. Ziemlich genau ein Jahr ist nun seit der Veröffentlichung seines letzten Albums ‘Nacht’ vergangen. Seitdem hat Martin Kohlstedts Mut, den Dialog zu suchen, anscheinend überzeugt, denn das Resultat sind acht sehr unterschiedliche Stücke von Künstlern aus Deutschland, Island, Großbritannien und den USA. Manche wirken wie ein feinfühliger Kommentar zum Original, andere sind komplett verschiedene Perspektiven auf das Ausgangsmaterial. Und einige sind zum Anlass für gemeinsame Projekte geworden, in denen man sich auf Augenhöhe etwas vollkommen Neuem widmet – allesamt der Idee folgend, dass Kohlstedts Musik nicht fest geschrieben ist, sondern fortwährend in Verhandlung.
Erhältlich ab 16.02.2018

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