Thomas Fehlmann – Los Lagos

Image: 1620352 “Los Lagos” ist das siebte Soloalbum von Thomas Fehlmann, sein viertes für Kompakt nach seinem Berlin-Album “Gute Luft” von 2010. In den Worten Thomas Fehlmanns geht es darum, die Säfte zu checken. Wie der Titel andeutet – los lagos, die Lage, the situation (wörtlich übersetzt in “Die Seen” und der Rest ist ‘lost in translation’) – entwickelt Fehlmann ein Bild seines derzeitigen künstlerischen Status quo. Das Album rekurriert mittels der Sprache der Musik allein auf seine “musikalische Motivation, seinen Träumen und Wünschen”. Ein Weg, um “mir selbst den Techno zu erlauben”, wie er sagt, “ein Techno als Mittel zur Dekonstruktion und zum Wiederaufbau. Um ein Feld der Spannung zu errichten, es im Fluss der Grooves zu lockern. Um ein Detail unverhältnismäßig zu vergrößern, neu zu arrangieren und langsam eine Textur daraus zu weben und auszudehnen.”

„Es war an der Zeit eine Biegung zu nehmen und dahin zu steuern, wo
die Sonne auf- oder untergeht.“ Das ist so ziemlich die Art von
Entscheidung, die Thomas Fehlmann getroffen hat. Fehlmann, 61 und
leuchtendes, langjähriges Mitglied von The Orb, multitalentierter
Komponist und grenzenloser Experimentator, musste aus dem
Dämmerlicht seiner Zusammenarbeit mit Alex Paterson hervortreten,
um den Geschmack des Unbekannten nocheinmal selbst zu testen. „Es
war der Moment, als Flexibilität zum Kompromiss wurde.“ Weit vom
Tod ihres gemeinsamen Traums entfernt, war die Idee geboren von
zweien klaren, parallelen Fantasien – reich an jeweiliger Einzigartigkeit.
Mit einer wesentlichen Liebe für die freifließende Natur elektronischer
Musik, einer Faszination für die „fehlenden Grenzen“, die in der Lage
sind „zu erfinden, den Schwerpunkt zu verlagern, mit einem
unvorhersehbaren Resultat zu experimentieren“, verbindet „Los
Lagos“ „ungleiche Extreme. Kunst, Disco, Minimalismus, Schmalz, Jazz
und Funk.“ Wie er gerne sagt, funktioniert sein Gehirn wie ein Sampler,
Elemente einfangend, sie unter seiner allumfassenden Perspektive neu
zusammensetzend, furchtlos vor dem deepen, dubbed-out Hypnotismus
(„Windos“, „Morrislous“, „Freiluft“), der Verspieltheit vom
fiepsenden Schaffel der 90er Jahre („Tempelhof“ feat. Max Loderbauer),
bis hin zu den muskelspielende Dancefloor-Tracks („Triggerism“) und
der Ruhe vom Ambient („Geworden“).
Er musste seine innere Balance ins Gleichgewicht bringen. Fehlmen hat
sich selbst dazu verpflichtet die „Zügel aus der Hand zu legen“ und
seiner Institution zu folgen, was nicht so einfach ist, wenn man auch
die erlebten Störungen von Außen eingliedern möchte: „Es ist ein
komplizierter Prozess des Suchens und Zerstörens, eine neue
Schönheit hervorzubringen aus dem Versuch mein Vokabular zu
erweitern.“ Mit „Los Lagos“ hat Fehlmann versucht „die Struktur, die
überrascht, verstört und belohnt“ zu finden. Das Artwork des Albums,
das der Künstler und Freund Albert Oehlen entworfen hat, mit dem
Fehlmann viele künstlerische Ambitionen teilt, gibt den „funky
Gebrauch von Form und Raum, Matsch und Klarheit“ des Produzenten
wieder, wie eine zweite Haut. Eine Suche nach Licht und Harmonie, die
Fehlmann auf diese eine Frage runterbricht: „Antwortet deine innere
musikalische Stimme?“. Dann „öffnen sich Türen in unbekannte
Zimmer, Strahlen von Licht durchströmen den Raum, du gehst rein und
du bist drin – in deiner Oase.“ Erhältlich ab 07.09.2018

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