Inland & Julian Charrière – An Invitation To Disappear

Image: 1620980 An Invitation To Disappear ist das Debütalbum des britischen Musikers Inland alias Ed Davenport – und seine erste Veröffentlichung auf A-TON. Basierend auf seinem Soundtrack für die Videoinstallation des Konzeptkünstlers Julian Charrière hat Davenport Field Recordings und anderes Ausgangsmaterial in acht Tracks spektralen Ambient-Technos übertragen. Inspiriert ist Inlands Musik von Charrières visuell bestechender 76-minütiger Kamerafahrt durch eine Palmölplantage in Richtung eines totemischen Soundsystems auf Anschlag.
Sowohl Album wie auch Original-Score entstanden als Antwort auf den 200. Jahrestag des Ausbruchs des indonesischen Vulkans Tambora (1815), der die Welt in Dunkelheit tauchte und eine Reihe extremer Wetterereignisse auslöste. Seinerzeit resultierte diese natürliche Umweltkrise in zahlreichen globalen Hungersnöten, in der nördlichen Hemisphäre weitläufig als „das Jahr ohne Sommer“ bekannt. Weltweit waren Gesellschaften gezwungen, sich den plötzlichen radikalen Veränderungen in Temperatur und Wetter anzupassen.





An Invitation To Disappear bietet eine zeitgemäße Interpretation und führt Betrachter – und
Hörer – entlang eines scheinbar endlos geraden, mit Palmen gesäumten Weges, von
Sonnenauf- bis -untergang, eine bio-kommerzielle Monokultur, dort wo einst ewiger Urwald
florierte. Lichter flackern zwischen obstbehangenen Bäumen, in der Ferne lodert ein Feuer im
Unterholz, da wo die Grenze zwischen Naturaufnahme und Computersimulation verwischt.
Gleichzeitig beginnt sich zuvor zusammenhangloses Rumoren verschiedener Sub-Frequenzen
in rhythmische Konturen zu wandeln.
Klanglich reflektiert wird dies mittels acht Eindrücken von üppigem, künstlichen Dschungel,
bestehend aus Myriaden surrender Fauna, gestaltwandelnder Melodien und kollosalem
Bassweight. Alle Wegen führen in Richtung eines apokalyptischen Dancefloors, wobei das
Tempo stark schwankt: Rhythmen lösen sich von gerade zu gebrochen auf, die Synths ticken
entlang ihrer eigenen inneren Uhr (und Logik). Durch die Gegenüberstellung von industrieller
Landwirtschaftskultur und Rave Culture erforscht das Album die Industrialisierung und
Raffinierung von Natur – als auch die merkwürdigen Formen, die aus den synthetischen
Flächen beider Kulturen hervorkriechen.
Als Inland hat Davenport vormals Soundtracks für andere Installationen des schweizerischen
Künstlers Charrière entworfen. Charrières künstlerische Praxis will ökologische Wissenschaft
und Kulturgeschichte miteinander verbinden, findet oft an abgelegenen geophysikalischen
Orten wie dem ewigem Eis, Vulkanen und radioaktiv kontaminierten Flächen statt.

Julian Charrière ist ein in Berlin lebender französisch-schweizerischer Künstler. Als ehemaliger Schüler Olafur
Eliassons am Institut für Raumexperimente erforscht Charrières Kunst post-romantische Konstruktionen von
Natur, inszeniert Spannungen zwischen geologischen Zeiträumen in Bezug auf die Menschheit. Seine Arbeiten
wurden bereits weltweit gezeigt, unter anderem als Hauptausstellung der Biennale di Venezia (2017), einer
Einzelausstellung in der Kunsthalle Mainz (2018) und einer Einzelausstellung in der Berlinischen Galerie
(Eröffnung 26. September 2018, geöffnet bis 8. April 2019).
Inland (Ed Davenport) lebt als britischer Produzent, DJ und Gründer des Labels Counterchange Records in
Berlin. Bekannt für seine detaillierten und explorativen House- und Technoveröffentlichungen auf seinem
eigenen Label, erschien seine Musik auf Infrastructure New York, Naïf und andernorts. Davenport bewegte sich
zuletzt mehr auf die zeitgenössische Kunstwelt zu, fand Inspiration in der gegenseitigen Befruchtung in Berlins
Kunst- und Musikszenen. Frühere Sounddesign-Kollaborationen mit Charrière wurden in Institutionen wie dem
Musée des Beaux-Arts de Lausanne (2014) und der Thyssen-Bornemisza Contemporary in Wien (2017)
ausgestellt.
Die Galerie-Fassung von An Invitation To Disappear wurde erstmals im April in der Kunsthalle Mainz gezeigt
und wird bis Frühjahr 2019 in der Berlinischen Galerie im Rahmen von Charrières Einzelausstellung As We
Used to Float ausgestellt, Eröffnung am 26. September 2018. Das Album wird erstmals live zusammen mit einer
Videoinstallation im Rahmen einer Berghain-Sonderveranstaltung vorgestellt, am selben Abend als Teil der
Berlin Art Week. Erhältlich ab 28.09.2018 The page you were looking for doesn't exist (404)

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