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  • Orson Wells – Pneumatics (2LP)

    Sektion: Musik, Neue Releases

    Image: 1611279 “Pneumatics” ist, nach Veröffentlichungen auf Innervisions, Die Orakel oder seinem eigenen Label Sound Mirror, das Debütalbum von Orson Wells. (Sofern man von “Jupiter” absieht, Wells’ erster LP, die 2014 in einer Auflage von 48 Stück auf Kassette erschien – viel Spaß bei der Raritäten- und Schnäppchenjagd!) Vielleicht ist Wells, in Frankfurt unter dem bürgerlichen Namen Lennard Poschmann bekannt, sowie als Mitarbeiter des Plattenladens Tactile, nur ein Bote. Oder ein Medium. Das Sound-Manifest, das er allem Anschein nach aus Tofflers Geheimdimension übermittelt, kündet von einer Stadt der kopfstehenden Pyramiden (“Trianon”), von Passierscheinen ins Land der fünf Elemente (“Multipass”) und schnurgeraden Four-To-The-Floor-Linien, die in der sphärischen Dimension gekrümmt erscheinen (“Geodesic”). Die Beats sind einigen der Interstellar Fugitives manchmal hart auf den Fersen, die Strings klingen, als könnte jeden Moment ein von Moodymann zurechtgestutztes Stimmsample aus dem Cornflake-Wurmloch herüberwarpen.

    “Pneumatics” ist, nach Veröffentlichungen unter anderem bei Innervisions, Die Orakel und seinem eigenen Label Sound Mirror, das Debütalbum von Orson Wells. (Sofern man von “Jupiter” absieht, Wells’ erster LP, die 2014 in einer Auflage von 48 Stück auf Kassette erschien – viel Spaß bei der Raritäten- und Schnäppchenjagd!) Vielleicht ist Wells, in Frankfurt unter dem bürgerlichen Namen Lennard Poschmann bekannt, sowie als Mitarbeiter des Plattenladens Tactile, nur ein Bote. Oder ein Medium. Das Sound-Manifest, das er allem Anschein nach aus Tofflers Geheimdimension übermittelt, kündet von einer Stadt der kopfstehenden Pyramiden (“Trianon”), von Passierscheinen ins Land der fünf Elemente (“Multipass”) und schnurgeraden Four-To-The-Floor-Linien, die in der sphärischen Dimension gekrümmt erscheinen (“Geodesic”). Die Beats sind einigen der Interstellar Fugitives manchmal hart auf den Fersen, die Strings klingen, als könnte jeden Moment ein von Moodymann zurechtgestutztes Stimmsample aus dem Cornflake-Wurmloch herüberwarpen.

    Pneumatik ist die Lehre aller technischen Anwendungen, die mit verdichteter und oft durchaus heißer Luft angetrieben werden. Es geht um: Mechanik, Kompression, Presslufthämmer, Geschwafel, hohe Druckniveaus, Ventile zum Dampf-Ablassen. Auf “Pneumatics” geht es um all das. Und um mehr. In zwölf Tracks bringt das Album von Orson Wells den post-retrofuturistischen Zustand auf den Tanzflächen der House- und Techno-Clubs dieses Planeten auf den Punkt. Es ist wie ein Blick in eine andere Dimension, auf den goldenen Schnitt der Raumzeitgeometrie.

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    Alvin Toffler war überwältigt. Als er am Morgen des 4. Oktober 1988 – es war sein 60. Geburtstag – mit noch etwas abwesendem Blick in eine Schale Cornflakes starrte, glaubte er, in der Oberflächenstruktur der gelblich schimmernden Milch, die mit Ahornsirup eine Emulsion bildete und die Knusperkristalle der Maisflocken langsam, aber unumkehrbar immer weiter zersetzte, wie durch ein Fenster in eine zeitlose Dimension schauen zu können.

    Toffler, zu jener Zeit auf dem Zenit seines Ruhms als Zukunftsforscher angelangt, war von dem Blick ins extratemporäre Guckloch nachhaltig verstört. In keinem seiner Bücher – “Future Shock” war soeben in einer weiteren Auflage mit dem stolzen Zusatz “more than 5 million copies in print” auf dem Buchtitel erschienen – sollte er das Erlebnis jemals erwähnen. Auch nach seinem Tod Ende Juni 2016 konnten im Nachlass bisher keine Ausführungen zu dem Vorfall gefunden werden. Die von Toffler in später geschredderten Notizen so getaufte “flake dimension” bleibt ein Geheimnis von opaker, schwer zu fassender Strahlkraft.

    Macht man es sich zu leicht, “Pneumatics” als ein Werk aus dieser Cornflake-Welt zu beschreiben? Zweifellos. Gibt es präzisere Begriffe und Instrumente, um die Vielschichtigkeit und Außerzeitlichkeit der “Pneumatics”-Klangwelt zu erfassen? Bisher sind keine bekannt. Erhältlich ab 06.10.2017

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